Diplomlehrgang zum ADHD-Therapeuten

Diplomlehrgang zum/zur ADHD-Therapeuten/in

 

Qualifikationsprofil des Angebots

Übergreifende Ziele des Ausbildungslehrganges

Die Teilnehmer/innen verfügen nach Abschluss des berufsbegleitenden, interdisziplinären Ausbildungslehrgangs zum Thema „Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätssyndrom/ Attention-Deficit-Hyperactivity Disorder“ über fundierte Kenntnisse in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen, die eine Aufmerksamkeits- und/oder Aktivitätsstörung aufweisen.
Neben theoretischen Grundlagen über hyperkinetische Störungsbildern, häufige Begleiterkrankungen oder Sekundärsymptomen werden vor allem auch die Folgen dieses heterogenen Störungsbildes auf den individuellen Entwicklungsverlauf der Betroffenen thematisiert. Darauf aufbauend wird während des Kurses die Kompetenz vermittelt, diagnosegeleitet und evidenz- bzw. theoriebasierte Fördermaßnahmen für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene planen und umsetzen zu können.

Die übergreifenden Ziele des Lehrganges liegen daher in …

… einer Wissens- und Kompetenzsteigerung der Teilnehmer/innen.

… in der Sicherung des größtmöglichen Transfers der Inhalte in den Arbeitsalltag.

… der Selbstwirksamkeitsförderung der Teilnehmer/innen.

Lehr- und Lernkonzept

  • Theoretische Inputs werden durch eine Vielzahl an praktischen, alltagsnahen Beispielen aktiv erarbeitet.
  • Durch Durchführung vieler Übungen (Reflexionsübungen, Rollenspiele etc.) wird der Transfer des theoretischen Wissens in den Arbeitsalltag angebahnt und erleichtert.
  • Fortlaufende Diskussionsmöglichkeiten in Klein- und Großgruppen ermöglichen die kritische Reflexion des erworbenen Wissens.
  • Um einen bestmöglichen Transfer der theoretischen Ausbildung in die Praxis gewährleisten zu können, wird die theoretische Ausbildung durch das Arbeiten an konkreten Fallen ergänzt.
  • Bei Bedarf besteht die Möglichkeit zur Supervision.

Beurteilungskonzept

Für eine positive Absolvierung dieser Ausbildung ist eine aktive Teilnahme an allen Ausbildungsblöcken (entspricht einer Präsenzzeit von 100%) notwendig. Zusätzlich ist das Durchführen von Übungen zwischen den einzelnen Modulen obligat. Für den positiven Abschluss des Lehrganges ist das Verfassen einer schriftlichen Abschlussarbeit erforderlich.

 

Allgemeine Bestimmungen

Zielgruppe

Das Ausbildungsangebot richtet sich an interessierte Personen aus verschiedenen Berufsgruppen (z.B.: Pädagogik, funktionelle Therapien, Psychologie), die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

Angesprochen sind daher all jene Personen, die

  • ihre Kenntnisse über Aufmerksamkeitsdefizite und Hyperaktivitätsstörungen vertiefen wollen.
  • durch fachlich fundierte, evidenz- bzw. zumindest theoriebasierten Behandlungsmethoden Sicherheit im Umgang mit betroffenen Kindern und Jugendlichen erwerben wollen.

Zugangsvoraussetzungen

Es sind keine spezifischen Zulassungsvoraussetzungen zwingend, jedoch sind Vorkenntnisse im Bereich der Entwicklungspsychologie hilfreich.

Mit einer TeilnehmerInnenanzahl von ca. 15 Personen wird die Gruppengröße des Lehrganges, aufgrund von Kleingruppenarbeiten und Teamteaching bewusst klein gehalten. Durch die Arbeit in Kleingruppen und die kleine Gruppengröße kann ein maximaler Wissenserwerb erzielt werden.

Anrechnungsbestimmungen von Vorleistungen

Angerechnet werden ausschließlich Vorkenntnisse die im Rahmen der Fort- und Weiterbildungsangebote des kjnp3 erworben wurden.

Dauer und Umfang (ECTS) des Lehrgangs

Der Lehrgang findet berufsbegleitend, jeweils Freitagnachmittag (14:00 – 17:00; 4 Einheiten á 45 Minuten) und Samstag ganztägig (08:30 – 16:30; 8 UE), ca. einmal pro Monat statt.

  • 7 Blöcke zu à 12 UE (eine UE entspricht 45min.), d.h. in Summe 84 UE.
  • Geschätzter Zeitaufwand für zu Hause (Durchführung von Übungen, Abschlussarbeit): ca. 16 UE.
  • Gesamtumfang der Fortbildung in ECTS: 3 (entspricht 100 UE oder 75 Stunden).

Sprache

Die gesamte Ausbildung findet in deutscher Sprache statt.

 

Aufbau und Gliederung des Lehrgangs

Modulübersicht

Der Lehrgang befasst sich mit folgenden Themenbereichen:

  1. Vermittlung von Basiswissen
  2. Grundlagen der Diagnostik
  3. Multimodale Interventionsmöglichkeiten und Förderung
  4. Gesprächsführung
  5. Abschlusszertifizierung

Modulbeschreibungen

Modul 1:
Basiswissen (16 UE)

  • Überblick über den Lehrgang und Klärung von Erwartungen, Bedürfnissen und Wünschen
  • Begriffsabgrenzung und Definitionen – Einführung in gängige Klassifikationssysteme und Leitlinien (ICD-10, DSM-V, AMWF).
  • Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörungen im Wandel der Zeit: gesellschaftliche und historische Änderungen in Hinblick auf Definitionen, Diagnostik und Behandlungsmethoden
  • Das heterogene Bild ADHS: Symptomatik, Häufigkeit, Ätiologie, Komorbidität, Sekundärsymptomatik
  • Neurobiologische und -psychologische Grundlagen

Modul 2:
Diagnostik (8 UE)

  • Möglichkeiten und Grenzen der Diagnostik und Differentialdiagnostik:
    Störungsspezifische Diagnostik: Verhaltensbeurteilung, Fragebögen
    neuropsychologische Diagnostik: Aufmerksamkeits- und Konzentrationstests
  • Intelligenzdiagnostik

Modul 3:
Multimodale Interventionsmöglichkeiten und Förderung (48 UE)

  • Grundlagen der Verhaltenstherapie (Lernprinzipien und Methoden)
  • Multimodale Therapieansätze in der Behandlung und Begleitung von Kindern mit ADHS und ihren Angehörigen:
    • Elterntraining und Interventionen in der Familie (z.B.: Wackelpeter und Trotzkopf)
    • Kognitive Therapie des Kindes/ Jugendlichen zur Reduktion von impulsiven Verhalten und/ oder Modifikation des Problemverhaltens (z.B.: Training mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern, Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischen und oppositionellen Problemverhalten)
    • Pharmakotherapie
    • Verhaltensmodifikation in der Schule
    • Ergänzende Interventionen: Konzentrationstrainings, Förderung der motorischen Entwicklung im familiären Umfeld, ergotherapeutische Interventionen, Entspannungstechniken
  • Programme zur Stärkung der erzieherischen Kompetenzen von Eltern und ErzieherInnen
    • Präventionsprogramm für expansives Problemverhalten
    • Kompetenztraining für Eltern sozial auffälliger Kinder
  • Grundlagen der Selbstmanagementtherapie bei Jugendlichen

Modul 4:
Gesprächsführung (8 UE)

  • Grundlagen der Gesprächsführung
  • Einführung in die Anwendung psychotherapeutischer Methoden mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie
  • Elternarbeit- Eltern als wichtige Co-TherapeutInnen in der Betreuung von Kindern mit LRS

Abschlusszertifizierung (4 UE)

  • Offene Fragen und Anliegen werden aufgegriffen und geklärt
  • Rückblick und Rückerinnerung („Refreshing“)
  • Reflexion über Anwendungsmöglichkeiten des Gelernten
  • Besprechung der schriftlichen Arbeiten
  • Evaluation des Lehrgangs

Lernergebnisse/ziele

Die Teilnehmer/innen kennen die theoretischen Grundlagen der Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörungen und sind sich der großen Heterogenität des Störungsbildes bewusst. Basierend auf dem Wissen um das Störungsbild und den weitreichenden Folgen, können AbsolventInnen des Lehrganges evidenzbasierte und auf die Lebensumwelt der Betroffenen zugeschnittene Fördermaßnahmen planen, umsetzen, prüfen und auch adaptieren.

Durch Erwerb der einschlägigen theoretischen Kenntnisse, sowie der darauf aufbauenden praktisch orientierten Handlungskompetenz werden die TeilnehmerInnen befähigt, Kinder und Jugendliche mit ADHS und deren Familien zu betreuen.

 

Evaluation des Lehrgangs

Im Sinne der Qualitätssicherung und fortlaufenden Weiterentwicklung nimmt die Evaluation einen wichtigen Stellenwert ein. Dazu wird am Ende jedes Moduls ein Fragebogen an die TeilnehmerInnen ausgehändigt. Das hierdurch gewonnene Feedback dient einerseits dazu, künftige Kurse zu optimieren, andererseits aber auch die Möglichkeit, offen gebliebenes bzw. bestimmte Wünsche in den folgenden Modulen aufgreifen zu können.
Am Ende des Lehrganges findet eine ausführliche Reflexionsrunde über den Lehrgang statt: Die TeilnehmerInnen haben hier die Gelegenheit, ihre bisherigen Lernerfolge zu reflektieren und konstruktives Feedback zum Lehrgang zu geben.

 

Sonstiges

Mindest- und MaximalteilnehmerInnenzahl

15- 20 Personen

Anrechnung

Das Seminar ist durch die Gesellschaft österreichischer PsychologInnen (BkPP) als Fort- und Weiterbildungsveranstaltung gemäß Psychologengesetz mit 84 Einheiten anerkannt.

Lehrgangsleitung und Kontakt

Lehrgangsleitung Südösterreich:

Mag. Ulrike Lichtenegger

E-Mail: kjnp3@gmx.at

Tel.: 0676 / 743 92 86

 

Weiterbildungslehrgang Lese- und Rechtschreib- therapie

Workshop

TrainerInnen Workshop Familienstärkungs- programm: Strengthening Families Program

Hier finden Sie alle Termine und Informationen dazu

Symposium Legasthenie im sprachlichen Kontext