Seminar Übertragung und Gegenübertragung KÄRNTEN

Übertragung und Gegenübertragung

in der psychosozialen Arbeit mit Kindern/Jugendlichen

Inhalt

street-1026246_1920Anette Streek-Fischer beginnt die Einführung ihres Buches „Trauma und Entwicklung“ (2006) mit den folgenden Worten:

„Sie sind schwierig. Sie machen Probleme. Von Behandlung wollen sie meist nichts wissen. Therapeuten, die mit ihnen zu tun haben, sind häufig rat- und hilflos. Oft genug scheitern ihre therapeutischen Bemühungen.“

Wer mit „schwierigen“ Kindern und Jugendlichen arbeitet, sei es in der Schule oder in anderen Einrichtungen der Jugendhilfe, weiß von diesen Schwierigkeiten. Denn diese Probleme zeigen sich nicht nur im therapeutischen Setting, sondern aufgrund der notwendigen und vielfältigen Alltagsanforderungen auch bzw. insbesondere in der psychosozialen Arbeit.

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Der verborgene Grund lässt sich aus psychoanalytischer Sicht mit einfachen Worten gut beschreiben: Kinder oder Jugendliche, die in ihren Beziehungserfahrungen „Schwieriges“ erlebt haben, geben diese Schwierigkeiten in Beziehungen weiter – und zwar handelnd, weniger mit Worten. Betroffen sind vor allem jene, die sich vertrauensvoll öffnen und zuwenden. Je schwieriger diese zumeist frühen Erfahrungen waren, desto größer ist das Bedürfnis sich ihrer zu entledigen bzw. im zugewandten Gegenüber ähnliche Gefühle zu erzeugen, wie sie das Kind im Kontext des „Schwierigen“ selbst erlebt hat. Diese Reinszenierungen sind in ihrer eindringlichen Wucht oft so mächtig, dass sich die Helfer kaum dagegen erwehren können. Die darin enthaltene Botschaft wird in der Regel nicht wahrgenommen.

Es versteht sich von selbst, dass diese induzierten Gefühle, die sich ja im Kontext traumatisierender Beziehungserfarhungen gebildet haben, auch für die Helfer ähnlich unerträglich sind, wie sie es für das traumatisierte Kind zum Zeitpunkt ihrer Entstehung waren. Von daher ist es auch nicht verwunderlich, dass diese starken und oftmals unerträglichen Affekte auch bei den Helfern zu ähnlichen Abwehrreaktionen führen wie beim Kind. Es kann aber auch passieren, und das wäre der worst case, dass die Helfer die induzierten Affekte als persönlichen Angriff erleben und dem Kind das „Schwierige“ in ähnlicher Wucht zurückgeben, wie sie es selber empfunden haben.

Eigentlich wünscht sich das Kind nur ein starkes und stabiles Gegenüber, dass das von ihm „Übertragene“ – eben das „Schwierige“ und die damit verbundenen Gefühle – zunächst einmal trägt bzw. „er-trägt“. Dieses „containing“ ist auch in der psychosozialen Arbeit von großer Bedeutung und ein erster Schritt hin zu gelingenden Beziehungserfahrungen und weg von jenem oben beschriebenen Teufelskreis, den jeder kennt und in dem sich das „Schwierige“ in unzähligen und sich ständig wiederholenden, misslingenden Beziehungserfahrungen reinszeniert – zum Leidwesen aller Beteiligten.

Ziel dieser Fortbildung

 ist es, diese angedeuteten und zumeist unbewussten Beziehungsdynamiken besser zu verstehen.

Psychodynamische bzw. psychoanalytische Erkenntnisse wie das Konzept der Übertragung und Gegenübertragung können auch für Sozialpädagogen und Lehrer von großer Bedeutung sein. Nicht im Sinne einer Handlungsanleitung, aber im Sinne eines tiefgründigeren Verstehens.

Mit Hilfe abwechslungsreicher Methoden soll die praxisrelevante Bedeutung dieser Sichtweise auch an konkreten Fallbeispielen verdeutlicht werden.

Dipl. Ing. (FH) MMag. Bernd Vogels

  • Pädagoge, Psychologe und Forstingenieur
  • Klinischer Psychologe, Gesundheitspsychologe
  • Psychoanalytiker (i.A.u.S.), Gruppenanalytiker und eingetragener Psychotherapeut: „Gruppenpsychoanalyse/Psychoanalytische Psychotherapie“ in freier Praxis
  • Leiter des Kriseninterventionszentrums Klagenfurt (pro mente: kinder jugend familie)
  • Lehraufträge an der Universität Klagenfurt (Gruppenanalytische Selbsterfahrung)

 

Zielgruppe

Diese eintägige Weiterbildung richtet sich vor allem an (Sozial)PädagogInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, SozialarbeiterInnen, LehrerInnen, die mit Kindern und/oder Jugendlichen arbeiten.

Informationen zur Fortbildung

Mindest- und Maximalteilnehmer/innenanzahl
mind. 14 / max. 20 Personen

Gesamtstunden der Weiterbildung:
8 Stunden / 8 UE à 45min

Termine und Ort

Freitag der 27.10.2017
09:00 bis 17:00 Uhr

Schulungsort: Gipfelhaus Magdalensberg; Magdalensberg 16, 9064 Magdalensberg Kärnten

Anfahrt: Klagenfurt Nord über die Landstraße Richtung Maria Saal, Zollfeld – bis Hinweisschild Magdalensberg, dann rechts, immer geradeaus bis zum Gipfelhaus

Veranstalter

Gesellschaft zur Förderung der Kinder- und Jugendneurologie,
– psychiatrie, -psychologie und -psychotherapie (kjnp3)

Lehrgangsleitung:
Dipl. Ing.(FH) MMag. Bernd Vogels
E-Mail: bernd.vogels@promente-kijufa.at

Ansprechperson für die Organisation:
Sabine Baumgartner
E-Mail: office@kjnp3.at

Kosten und Stornobedingungen

  • MitarbeiterInnen von pro mente: kinder jugend familie Ges.m.b.H pro Teilnehmer/in: € 59,50
  • andere TeilnehmerInnen pro Teilnehmer/in: € 85,00

Preisparität: der angeführte Preis versteht sich brutto für netto, d.h. es erfolgt keine Hinzurechnung aus dem Titel der Mehrwehrtsteuer.

Stornobedingungen

Eine Abmeldung bis 4 Wochen vor Seminarbeginn oder Beginn des Lehrganges ist ohne Stornogebühren möglich.
Stornogebühr bei Abmeldung bis 3 Wochen vor Seminarbeginn oder Start des Lehrganges: 20% der Teilnahmegebühren
Stornogebühr bei Abmeldung bis 7 Tage vor dem Seminar oder Start des Lehrganges:  50% der Teilnahmegebühren
Stornogebühr bei Abmeldung bis 1 Tag vor dem Seminar oder Start des Lehrganges: 70% der Teilnahmegebühren

Bei Nichterscheinen oder Abmeldung nach Seminarbeginn oder Start des Lehrganges: 100% der Teilnahmegebühren

Bei rechtzeitiger Namhaftmachung eines/ einer Ersatzteilnehmers/in kann die Stornogebühr entfallen, sobald mit der betreffenden Person ein entsprechender Vertrag zustande gekommen ist. Es wird jedoch eine in jedem Fall eine Bearbeitungsgebühr von € 30,– eingehoben.

Die genannten Stornogebühren werden unabhängig von den Gründen der Stornierung geltend gemacht.
Als Stornierungsdatum gilt der Zeitpunkt des Einlangens der Stornierung bei der Gesellschaft zur Förderung der Kinder- und Jugendneurologie, -psychiatrie, -psychologie und -psychotherapie | kjnp3.

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